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Hamburg,  26. April 2016


Crowdfunding konkurriert zunehmend mit klassischer Mezzanine-Finanzierung

Das an Beliebtheit stark zunehmende Crowdfunding wird dem klassischen Mezzanine Kapital in der Immobilienfinanzierung künftig zunehmend den Platz streitig machen. Dies ist eine der Trendaussagen von Michael Stephan, CEO bei der iEstate GmbH, der neben zwei anderen Experten auf dem Podium des Immobiliennetzwerk-Dialogs Hamburg zugegen war. Anfang April diskutierten Rahim Bavandi, Executive Director bei der Empira AG, Zug (CH), Alexander Schmitt, Counsel bei CMS Hasche Sigle, Berlin, und Michael Stephan unter Moderation von Jörg Scheidler, Managing Director & Head of Capital Partners bei Flatow Advisory Partners GmbH (FAP), zum Thema: „Immobilienfinanzierung der Zukunft“.

Laut Michael Stephan befindet sich der deutsche Markt für Immobilien-Crowdfinancing im Vergleich zum Ausland zwar noch in den Kinderschuhen. Er habe aber seit vergangenem Jahr ordentlich an Fahrt gewonnen. Deutsche Immobilienentwickler hätten die Chancen entdeckt, die dieser neue günstige Finanzierungskanal mit zusätzlichem digitalen Vermarktungseffekt bietet. „In wenigen Jahren wird die alternative Online-Finanzierung genauso etabliert sein wie die Finanzierung über Banken oder Mezzanine Kapitalgeber“, meint Stephan. „Immobilien-Crowdfinancing hat das Potenzial, klassische Mezzanine-Finanzierungen aufgrund der Geschwindigkeit und der Einfachheit der Transaktionen zu ersetzen.“

Der Finanzierungsberater FAP beschäftigt sich seit elf Jahren mit alternativen Finanzierungsmodellen. Auch FAP ordnet das Thema Crowdfunding als junges, aber hochspannendes Thema für die Immobilienfinanzierung der Zukunft ein. „Die Wachstumsraten beim Immobilien-Crowdfinancing der letzten zwei Jahre sprechen für sich. Wir werden das Thema bei passenden Deals künftig als weiteren Baustein für eine mögliche Finanzierungsstruktur hinzuziehen und komplettieren damit unser Angebot“, berichtete Jörg Scheidler beim Immobiliennetzwerk-Dialog in Hamburg.

Neben Immobilien-Crowdfunding war Equity Bridge Finanzierung eines der Trendthemen des Experten-Dialogs. „Als Firstmover im Bereich der Eigenkapitalfinanzierung schreiben wir dem vorgestellten Thema der Equity Bridge Finanzierung weiterhin eine hohe Bedeutung zu“, so Scheidler weiter. „Insbesondere für kurzfristige Lösungen zur Schließung von Eigenkapitallücken ergeben diese Finanzierungsformen Sinn.“

Den Aufwind mezzaniner Finanzierungsformen bestätigte auch Alexander Schmitt, Counsel bei CMS Hasche Sigle. Diese treten bei Immobilienfinanzierungen immer stärker in Erscheinung. „Aus rechtlicher Sicht gilt es, die Interessen der vorrangigen Banken mit denen der Mezzanine-Kapitalgeber frühzeitig im Rahmen der Strukturierung und einer Intercreditor-Vereinbarung zu regeln“, meint Schmitt. Mezzanine Finanzierungsgeber sollten regulatorische Fallstricke beachten, um nicht in eine ungewollte Erlaubnispflicht bei der Kreditvergabe zu geraten.

Rahim Bavandi sieht folgenden Grund für die Beliebtheit von Mezzanine und Equity Bridge Finanzierungen: die Möglichkeit, rasche Entscheidungsprozesse mit individuellen Darlehnsstrukturen und kurzen Laufzeiten zu kombinieren. Dies sei ein echtes Alleinstellungsmerkmal auf dem Immobilienfinanzierungsmarkt. „Die zentralen Elemente einer Überbrückungsfinanzierung sind Track Record, Business Plan und Exit-Strategie des Kapitalnehmers“, so Bavandi.

Anfang Oktober wird FAP den zweiten FAP Mezzanine Report auf der Expo Real in München vorstellen. Wie erstmals 2015 wird der Report umfassend über die Entwicklung am Mezzanine Finanzierungsmarkt berichten.