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Hamburg,  13. August 2019


Coopetition – kooperative Konkurrenz bietet Chance für mehr Services

von Thordis Eckhardt

Die Grenzen der Marktmächte verschieben sich: Etablierte Bluechip- Player kämpfen gegen digitale Einhörner an und einst prosperierende Online-Händler sehen sich der Konkurrenz digitaler Ökosysteme gegenüber. Aufstieg, Peak und Verdrängung erfolgen im Takt einer schnelllebigen Zeit. Und das Karussell dreht sich weiter.

Nur eines bleibt stabil: Im Zentrum dieses Universums steht nach wie vor der Kunde. Der Konsument. Der Mieter. Der Patient. Diese anspruchsvolle Persönlichkeit will umworben werden – Online und Offline. Zu jeder Zeit. An jedem Ort. In jeder Situation.

Ein Spagat, der neue Geschäfts- und Vermarktungsstrategien erfordert und Unternehmen zunehmend ermutigt, die eigenen Stärken mit Marktteilnehmern zu bündeln und Kooperationen einzugehen. Mit einer sogenannten Coopetition-Strategie lässt sich die Zukunft planen, lassen sich neue Marktsegmente erschließen und Kunden gewinnen und binden. Coopetition heißt kooperativ konkurrieren, um gemeinsam zu profitieren.

Die Welt des Online-Handels ist Vorreiter auf diesem Weg. Die E-Commerce-Unternehmen konzentrieren sich schon längst nicht mehr allein auf den Verkauf von Waren im Internet. Sie bauen die Shops mittlerweile zu digitalen Marktplätzen aus, auf denen sie Händler, Hersteller und Marken mit Konsumenten zusammenbringen. Denn aller Digitalisierung zum Trotz wird der Großteil des Geldes noch immer offline ausgegeben. Und genau vor diesem Hintergrund vollzieht sich bereits der nächste Wandel: Online-Plattformen suchen wieder verstärkt die Kooperation mit stationären und lokalen Anbietern.

Die Entwicklung zeigt: Coopetition ist das Geschäftsmodell der Zukunft, um Dienstleistungen und Services zielgruppengenau zu platzieren. Horizontal und vertikal. Allein in den Branchen der Wohnungs- und der Pflegewirtschaft ist das Modell noch nicht im Markt eingeführt.


Bild: Fotolia © Anastasiia